Interview mit Kari Tikkanen, PPA- und Abnahmemanager bei OX2

News ⎜2019-05-09

Foto: Christian Gustavsson

Worin besteht Ihre Arbeit als PPA- und Abnahmemanager?

„Meine Arbeit besteht darin, Kapitalgebern, die in ein Windenergieprojekt investieren wollen, die Möglichkeit zu bieten, ihre Einnahmen durch langfristige Verträge über Stromverkäufe an einen Stromhändler oder Großabnehmer (sog. PPA = Stromabnahmeverträge) abzusichern. Häufig geht es dabei um 10–15 Jahre ab Inbetriebnahme eines Projekts.

Was ist der Hauptantrieb für den PPA-Markt?

„In der Vergangenheit war die politische Unterstützung für die Entwicklung von Windenergieprojekten stets unabdingbar, da die Kosten die Einnahmen überstiegen. Inzwischen hat die Technologie für Windenergie-Großprojekte in Skandinavien ein Produktionskostenniveau erreicht, das dem Strompreismarkt entspricht. Das erhöht die Nachfrage für PPA-Lösungen.“

Welche PPA-Lösungen kommen am häufigsten vor?

„Die meisten Großabnehmer für Strom interessieren sich für PPA mit einem vereinbarten festen Liefervolumen, da sie einen stabilen und vorhersehbaren Stromverbrauch haben und keine Experten für den Umgang mit variabler Produktion sind. Mit der Volatilität können meist jene am effektivsten umgehen, die selbst Eigentümer der Anlage sind, denn sie sind mit der Windenergie als Produktionstechnologie vertraut. Es gibt allerdings auch Abnehmer und Akteure, für die der Umgang mit der variablen Produktion ein Schwerpunktbereich ist. Sie nehmen den Strom gern gemäß der tatsächlichen Produktion ab, da
ihnen dies einen niedrigeren Preis ermöglicht.“

Welche Strompreisabsicherungen will OX2 dem Markt in Zukunft anbieten?

„Wir wollen mehr Verständnis für die Risiken schaffen und aufzeigen, wie wir diese in unseren Projekten ausgleichen können. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Transaktionskosten zu senken, indem wir die Terminologie und die Vertragsstruktur
standardisieren.“

Was ist das Schwierigste an Ihrer Arbeit – und was das Beste?

„Am besten gefällt es mir, Lösungen zu entwickeln, die auf den Bedarf der Kunden abgestimmt sind. Am schwierigsten ist es, genug Zeit zu finden, um mit allen, die es interessiert, zu diskutieren und die Möglichkeiten aufzuzeigen, die es heute gibt.